Wohnungsbetrug in Bordeaux: die 8 Warnsignale, die goldene Regel, die dich schützt, und wie du eine gefälschte Anzeige meldest, bevor du Geld verlierst.
Die goldene Regel passt in einen Satz: Zahl keinen einzigen Euro, bevor du die Wohnung besichtigt (oder eine echte Live-Video-Tour gemacht), die Identität des Vermieters geprüft und einen Mietvertrag unterschrieben hast. Wohnungsbetrug in Bordeaux trifft vor allem internationale Studierende – die, die aus dem Ausland mieten, bevor sie überhaupt in Frankreich sind. Das Drehbuch ist fast immer gleich: eine zu gute Anzeige, ein „Vermieter“, der plötzlich nicht zur Besichtigung kommen kann, und eine Forderung nach Kaution oder erster Miete per eiliger Überweisung. Wenn auch nur eines dieser Zeichen auftaucht, brich den Kontakt ab.
Warum internationale Studierende leichte Beute sind
Wenn du deinen Umzug nach Bordeaux aus dem Ausland organisierst, bist du gegen Wohnungsbetrug in der schlechtesten Position: Du kannst die Wohnung nicht ansehen, kennst weder die Viertel noch die normalen Preise, willst vor Semesterbeginn schnell ein Dach sichern und zahlst oft aus einem anderen Land. Betrüger wissen das alles. Sie kopieren echte Anzeigen (gestohlene Fotos), erfinden einen glaubwürdigen Vermieter und spielen mit deiner Angst, ohne Unterkunft anzukommen.
Die gute Nachricht: Diese Betrugsmaschen folgen immer denselben Drehbüchern. Wenn du die Zeichen kennst, erkennst du sie in dreißig Sekunden. Hier sind die acht, die du dir einprägen solltest.
Die 8 Warnsignale (und was du jeweils tust)
| Warnsignal | Was dahintersteckt | Was du tust |
|---|---|---|
| Du sollst vor jeder Besichtigung zahlen (Kaution, „Buchungsgebühr“, „um die Wohnung zu halten“) | Der häufigste Betrug: Es gibt keine Wohnung | Zahl nichts. Keine seriöse Reservierung verlangt Geld vor Besichtigung + Mietvertrag |
| Der Vermieter ist „im Ausland“ und kann die Wohnung nicht zeigen | Eine Ausrede für keine Besichtigung und Schlüssel „per Kurier“ | Lehn ab. Ein echter Vermieter oder eine Agentur organisiert eine Besichtigung (vor Ort oder per Live-Video) |
| Die Miete ist für Bordeaux ungewöhnlich niedrig | Der Köder: Eine Zweizimmerwohnung im Zentrum für 350 € gibt es nicht | Vergleich mit echten Preisen in der Gegend. Zu gut = falsch |
| Zahlung per Bargeldtransfer, Western Union, Krypto oder Prepaid-Karte | Nicht nachverfolgbare, nicht erstattbare Wege | Lehn klar ab. Kein seriöser Vermieter verlangt das |
| Du wirst unter Druck gesetzt / künstliche Eile („mehrere Interessenten“, „heute Abend entscheiden“) | Ein Trick, damit du nicht nachdenkst und prüfst | Nimm dir Zeit. Eile ist dein schlimmster Feind |
| Weigerung eines Live-Videocalls oder ständig verschobene Besichtigungen | Die Wohnung existiert nicht oder gehört nicht dieser Person | Verlang ein Live-Video, in dem die Wohnung in Echtzeit gezeigt wird |
| Kein schriftlicher Mietvertrag oder ein schlampiger Vertrag | Kein rechtlicher Schutz für dich | Schick nie Geld ohne einen unterschriebenen, lesbaren Mietvertrag |
| Die Anzeige ist widersprüchlich (zu perfekte Fotos, kopierter Text, generische E-Mail) | Gestohlene/kopierte Anzeige | Umgekehrte Bildersuche für die Fotos; den Text in Anführungszeichen bei Google suchen |
Diese Zeichen sind von französischen Behörden dokumentiert: Eine Zahlungsforderung vor der Besichtigung ist ein klassischer Grund, eine Anzeige zu melden (plus.transformation.gouv.fr).
Die goldene Regel: die Reihenfolge, die dich immer schützt
Merk dir diese Reihenfolge – sie ändert sich nie, egal welche Anzeige:
- Identität und Eigentum prüfen. Frag nach dem Ausweis des Vermieters + einem Eigentumsnachweis (Grundsteuerbescheid, Kaufurkunde). Bei einer Agentur verlang die Nummer ihrer Berufszulassung (carte professionnelle) und ihre Registrierung und ruf über eine offizielle Nummer zurück (nicht die aus der Anzeige).
- Besichtigen – persönlich oder per Live-Videocall, wenn du noch im Ausland bist (nie nur ein „vorab aufgenommenes“ Video, das gestohlen sein kann).
- Einen echten Mietvertrag lesen und unterschreiben (bail) – klar, auf deinen Namen, mit genauer Adresse und Miethöhe.
- Erst dann zahlst du – per nachverfolgbarer Banküberweisung auf ein Konto auf den Namen des Vermieters, nie bar oder über einen Bargeldtransferdienst.
Wenn jemand verlangt, diese Reihenfolge umzudrehen („erst zahlen, dann unterschreiben“), ist es Betrug. Ohne Ausnahme.
So prüfst du eine Anzeige in 5 Minuten
- Umgekehrte Bildersuche: Lad die Fotos herunter und such online danach. Tauchen sie in zehn anderen Anzeigen in verschiedenen Städten auf, lauf.
- Kopier den Anzeigentext in Anführungszeichen in eine Suchmaschine: Betrügerische Anzeigen werden oft Wort für Wort kopiert.
- Prüf die Adresse auf einer Karte: Passen Viertel, Straße und Gebäudetyp zu den Fotos?
- Sei misstrauisch bei generischen E-Mails/Telefonnummern und Antworten voller Tippfehler oder maschinell übersetzt.
- Verlang einen Beweis, dass die Wohnung echt ist: ein Foto, das gerade jetzt mit einem Gegenstand aufgenommen wird, den du nennst („leg die Zeitung von heute auf den Tisch“).
Glaubst du, du bist ins Visier geraten? So meldest du es
Wenn du eine gefälschte Anzeige entdeckt oder Geld geschickt hast, handle schnell:
- Sammle Beweise: Screenshots der Anzeige, die Nachrichten, die Bankverbindung (IBAN), Telefonnummer und E-Mail des Betrügers.
- Melde den rechtswidrigen Inhalt auf der offiziellen Plattform PHAROS (Meldeportal des französischen Innenministeriums): internet-signalement.gouv.fr.
- Melde den Online-Betrug über SignalConso (die französische Verbraucherschutzbehörde): signal.conso.gouv.fr.
- Erstatte Anzeige. Bei einem Online-Betrug (Kleinanzeigen) kannst du das System THESEE nutzen oder zur Polizei gehen (commissariat / gendarmerie). PHAROS holt dein Geld nicht zurück: Erst die Anzeige leitet Ermittlungen ein.
FAQ — Wohnungsbetrug bei Studierenden in Bordeaux
Ist es normal, vor der Unterschrift eine Kaution zu zahlen? Nein – nie vor der Besichtigung und dem unterschriebenen Mietvertrag. Die Kaution (oft caution genannt) wird bei Vertragsunterzeichnung gezahlt, nicht um eine Wohnung zu „reservieren“, die du nicht gesehen hast. Zu Kaution und Bürgschaft lies unseren Ratgeber zur Kaution und zur kostenlosen Visale-Bürgschaft.
Kann mir ein Vermieter wirklich die Schlüssel schicken? Das ist der Lehrbuchbetrug. Ein echter Vermieter übergibt die Schlüssel persönlich beim Übergabeprotokoll (état des lieux) oder über eine bekannte Vertretung. Schlüssel „per Kurier nach Überweisung“ sind eine Falle.
Woran erkenne ich, ob ein Preis zu gut ist, um wahr zu sein? Vergleich mit mehreren aktuellen Anzeigen in derselben Gegend. In Bordeaux ist ein Apartment deutlich unter Marktpreis in einem gefragten Viertel fast immer ein Betrug, der dich anlocken soll.
Reicht eine Video-Besichtigung, wenn ich noch im Ausland bin? Ja – sofern es ein Live-Videocall ist, bei dem du die Person in Echtzeit durch die Wohnung lotst. Lehn ein „fertiges“ Video ab: Es kann aus einer echten Anzeige gestohlen sein.
Schützt Studroof vor Betrug? Studroof setzt auf Anzeigen privater Vermieter und eine gesicherte Nachrichtenfunktion, um gefälschte Anzeigen zu reduzieren. Dein bestes Sicherheitsnetz bleibt aber deine eigene Wachsamkeit: Halt dich an die goldene Regel und besichtige (oder per Live-Video), bevor du zahlst.
Der beste Weg, Betrug zu vermeiden, ist, bei Anzeigen privater Vermieter anzufangen. Schau auf unserer Anti-Betrug-Seite vorbei, um deine Sicherheitsreflexe zu vertiefen, prüf dabei gleich dein Wohngeld der CAF (APL), folg unserem Ankunftsguide für Bordeaux für den restlichen Papierkram und finde eine Studierendenwohnung in Bordeaux auf Studroof. Unsicher bei einer Bewerbung? Unsere Services für Studierende helfen dir.
Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine offiziellen Quellen. Im Zweifel melde es auf internet-signalement.gouv.fr und signal.conso.gouv.fr. Stand: Juli 2026.
